ton Syle

(Sile, Zum Ziehle)
 

Der Hof "ton Syle" war um 1200, der Haupthof zu Westkirchen und ein Freckenhorster Lehen. Zur Familie Schulte ton Syle nannte sich später Schulze zum Ziehle.

Die Sohlstätte des Haupthofes Sile lag nördlich nicht weit vom heute noch vorhandenen Suthof. Beide Höfe standen im Eigentum des Klosters Freckenhorst, das den Haupthof Sile und damit auch den abgezweigten Suthof von seinem Stifter, dem Edelherren Everword, überkommen haben muß, da ein anderer Erwerb nicht nachweisbar ist. Als Amtshof mit eigenem Maß - mensura de Sile - kommt der Hof Sile im goldenen Buche von Freckenhorst vor. 1362 war der Amtshof tom Zyle in Händen des Edelvogts, des Edelherrn Bernard von der Lippe, von dem ihn die Äbtissin Mechtild von dem Berge zurückkaufte und den sie von der Vogtei befreite. Das Kloster Freckenhorst wird die Pfarrkirche auf seinem Hofe Sile oder dem abgezweigten Hofe Suthof errichtet und dotiert haben, zumal ihm außer diesen Höfen in der dortigen Gegend noch mehrere weitere bedeutende Besitzungen, wie die Güter Dieck und Brinke. zu eigen waren, die später freilich meist zu Lehn ausgetan und dadurch dem Kloster entfremdet wurden.

Quelle: Zuhorn, Kirchengeschichte der Stadt Warendorf

 

 

 

Gedenktafel zur Erinnerung an
Schulze zu Syle, dem Bauherrn
der Westkircherner Mühle

 

Restaurierte Mühle

 

Nachdem die alte, kleine Wassermühle auf dem Südhof des Herrn von Oer um das Jahr 1750 abgerissen wurde, blieb das Dorf ungefähr 60 Jahre lang ohne Mühle (1750-1810). Die Bauern mußten in Ostenfelde oder in der Affhüppenmühle bei Warendorf mahlen lassen. Bei den schlechten Wegeverhältnissen war das für die Bauern sehr unbequem. Da beschlossen die Bauern, auf genosssenschaftlicher Grundlage eine neue Mühle zu errichten. Bauherr dieser Windmühle war Schulze zum Ziehle - to Syle. Auf seinem Grund und Boden, dem sog. Bult, wurde die Mühle erbaut. Große Mengen schwerer Bruchsteine und Eichenholz wurden angefahren. Der Bau dauerte mehrere Jahre und wurde von holländischen Mühlenbauern ausgeführt. In dem heutigen Kotten Linnemann haben die Holländer während der Zeit des Baues gewohnt. Um 1810 wurde die Mühle in Betrieb genommen. An der Mühle sieht man heute noch die vielen Anker, die nach außen mit dem "S" verziert sind; das Zeichen des Bauern "ton Syle" Dieser einst so vermögende Bauer war durch den Mühlenbau, vielleicht auch mehr durch Mißwirtschaft und der Überlieferung nach durch hohe Verluste im im Glücksspiel mit französischen Offizieren, die während der Besatzungszeit vorübergehend auf Haus Dieck wohnten, in arg in Schulden geraten. Der uralte Schulzenhof to Syle mit 300 Morgen großem Besitz, einem beträchtlichen Waldbestand, und die neue Mühle.kamen unter den Hammer und wechselten weit unter dem realen Wert den Besitzer. Der Rentmeister des Grafen Nesselrode, ein Herr Zurhorst, erhielt für das "gute Geschäft" die Fettwiese des zum Zieleschen Hofes, den sog. Düsterberken-Kamp, in Größe von 40 Morgen zum Geschenk. Zum Ziele hatte dann noch einige Jahre als Pächter weitergewirtschaftet und ist dann abgewandert. Sein ehemaliger großer Hof wurde abgerissen; ein Teil der Steine wurde zum Bau eines Kotten, der an derselben Stelle neu gebaut wurde, verwendet. Nur der Torbalken, der noch vom alten Hause stammt, erinnert noch durch seine Inschrift an den uralten Hof ton Syle.

 


 (C) Dorfarchiv Westkirchen e.V.