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Die Burg ton
Brinke
und die Sage vom "Mann
ohne Kopf"
Zur Zeit des
Mittelalters gab es in Westkirchen nicht nur den Adelssitz derer
von Diek (ton Dyk), sondern auch die Familien ton Syle,
von Oer, und ton Brinke. Dieses letztgenannte Familie
besaß zur damaligen Zeit lt. Überlieferung zwei Höfe,
von denen mindestens einer eine befestigte Burganlage gewesen sein
soll. Der eine Hof lag weiter außerhalb des Kirchspiels, dort
wo früher die Bahnlinie Westkirchen - Freckenhorst lag, und
wo heute der Radweg nach Freckenhorst eine scharfe Rechtskurve macht,
ungefähr auf einer gedachten Linie zwischen dem Hof Backhaus
an der Freckenhorster Straße und dem Finkenberg. Heute ist
an dieser Stelle nur noch eine kleine Ansammlung von alten Eichen
und Kopfweiden zu erkennen, welche direkt links vom Radweg liegen.
Die Grundmauern beider Höfe konnten noch bei der Entstehung
der Bahnstrecke Westkirchen - Freckenhorst (1898) nachgewiesen werden.
Die Burg ton Brinke, von der hier die Rede ist, lag damals allerdings
wesentlich näher bei Westkirchen, ziemlich genau an dem Ort,
wo in den 1970er Jahren der Grillplatz am Radweg nach Freckenhorst
angelegt wurde. Von ihr waren zu Zeit des Bahnbaus noch sehr gut
erhaltene Mauerreste vorhanden, welche allerdings beim Bahnbau restlos
eingeebnet wurden. Wenn man jedoch genau hinschaut, kann man heute noch
rechts vom Radweg einen erhöhten Erdwall erkennen. Ebenfalls
an dieser Stelle, jedoch links vom Radweg war auch der alte Tounierplatz
gelegen. Dieser ist heute noch sehr gut zu erkennen, da er an
beiden Längsseiten von Baum und Buschwerk umgeben ist. Er hat
eine Läge von 235 m und eine Breite 55 m. Dieser Platz wurde
noch bis ca. 1870 vom Haus Diek als Reitplatz genutz.
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Lage des 2. Brinke-Hofes (Radweg auf Höhe
des Hofes Backhaus).
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Tournierplatz der Brug "ton Brinke" am
alten Grillplatz.
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Lage der Burg "ton Brinke" am alten
Grillplatz.
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Haus Brinke war also ein ehemaliges Freckenhorster
Burglehen und war ca. 600 m westlich des Kirchspiels gelegen. Der ältester Nachweis über die Burg
"ton Brinke" ist aus dem Jahre
1249, wo als Lehnsträger ein Ritter von Brinke hier gelebt
hat. Bis 1337 sind als Lehnsträger urkundlich die Ritter von
Brinke nachzuweisen. (WUB III Nr. 1291, 1587, 1783, 1805; Inventare
Kr.War a.a.O.) Von 1337 bis 1540 gehörte der Besitz den Rittern von Ostenfelde-Vincke
zu Nienburg, 1540 bis 1618 den Drosten von Erwitte zu Nienburg.
1618 wurde Haus Brinke mit den zugehörigen Höfen Große-
und Lüttke-Brinkmann an die Familie v. Buck auf Haus Dieck verkauft.
Im Dreißigjährigen Krieg wurden die Burggebäude
zerstört. 1735 kam Haus Brinke mit Haus Diek durch Erbschaft
an die Familie von Hanxleden, 1816 an die Grafen von Nesselrode-Ereshoven.
1861 erwarb es der Freiherr von Nagel-Doornick auf Haus Vornholz
bei Ostenfelde. Die Familie ton Brinke läßt sich
noch bis ins Jahr 1499 nachweisen. In einer Willkommschatzung von
1498/99 werden hier noch zwei Familien ton Brinke genannt: Johan
ton Brinke und Gert ton Brinke.
Eine Sage erzählt, daß die Besitzer
der Burgen ton Brinke und ton Dyk ständig in Feindschaft
gelebt haben sollen. Bei einem Zweikampf erschlug dann der ton Dyk
angeblich einen ton Brinke. Hieraus entstand die Sage
vom "Mann ohne Kopf":
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Es war in der Blütezeit des Hochmittelalters,
als die Bevölkerung Westkirchens unter der Willkür
beider Ritterfamilien leiden mußte. Zwischen Haus
Dieck und dem der Brinke bestand seit vielen Jahren
ein gespanntes Verhältnis, welches sich manchmal
in gewaltsamen Auseinandersetzungen entlud. Es ergab
sich nun, daß aus beiden Familien fast zur gleichen
Zeit ein prächtiger Stammhalter hervorging. Der
gegenseitige Haß lebte auch in den Herzen dieser
beiden Knaben weiter und verstärkte sich von Jahr
zu Jahr. Sie wuchsen so zu kräftigen Männern
heran, die von dem Wunsch beseelt waren, die Ehre ihrer
Familien wirksam zu verteidigen.
Es war in einer
hellen Mondnacht, als der junge Brinke von einem Ritt
aus Münster müde heimkehrte. Er erreichte
den Bach, der die beiden Rittergüter voneinander
trennte, da trat aus einer Buschgruppe der Sprößling
des Hauses Dieck hervor und stellte sich dem Brinke
in den Weg. Ein Waffengang zwischen den verfeindeten
jungen Männern war nun nicht mehr aufzuhalten. Es
war ein ungleicher Kampf, dem der erschöpfte Brinke
zum Opfer fiel. Dieck tötete seinen Gegner und
warf diesen in den Bach, der sich von dem Blut des Opfers
rot färbte. Für diese schändliche Tat
gab es keinen Zeugen. Mehrere Jahre gingen dahin;
es war Friede zwischen den beiden Ritterfamilien, weil
der Dyk keinen Gegner mehr fand. Als dann eines Tages auch
seine Stunde schlug konnte er keine Ruhe finden und
mußte von nun an als "Man ohne Kopf"
am Schauplatz seiner seiner Freveltat umherirren. Wenn
am Abend die Dunkelheit hereinbricht und die Nebel vom
Bultbach emporsteigen, kommt er hervor und beginnt seine
unheimliche Wanderung, wo er mit Händen
und Füßen tastend am Bach umherirrt.
Quelle: Mündliche
Überlieferung
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(C) Dorfarchiv Westkirchen
e.V.
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